Stick / Direkteinstickung

Die Direkteinstickung ist eine qualitativ hochwertige Veredelungsvariante. Diese Technik besticht durch ihre exklusive Optik, Haptik und Haltbarkeit. Langjährige Erfahrung und technisches Know-how sind der Grundstein für ein professionelles Stickergebnis.

Inhaltsverzeichnis

– Technik
– Einsatzgebiete
– Vor- und Nachteile
– Preise


Technik

Das Stickprogramm ist der erste essenzielle Schritt für ein perfektes Endergebnis. Zu Beginn des Prozesses wird die Vorlage des Kunden, meist in digitaler Form, mittels einer Punchsoftware in eine stickbare Datei umgewandelt.

Für eine präzise Umsetzung sollte die Vorlage einer hohen Auflösung entsprechen (300 dpi), da während des Punchvorgangs sehr oft in die Datei hineingezoomt werden muss. Farbverläufe sind zum Beispiel nur begrenzt und wenn, sehr vereinfacht abzubilden. Kleine Schriften oder filigrane Details müssen vergrößert oder vereinfacht werden. Die Anzahl der Stiche eines Stickprogramms definieren den Preis. Ist das Stickprogramm einmal angelegt, entstehen bei einem Folgeauftrag keine weiteren Kosten der Stickprogrammerstellung. Soll das Motiv allerdings in einer anderen Größe gestickt werden, muss ein neues Stickprogramm erstellt werden. Aus diesem Grund ist es unbedingt notwendig, das gewünschte Motiv vorab zu prüfen, um dessen Umsetzung in der gewünschten Größe zu gewährleisten und die Kosten für das Stickprogramm zu ermitteln.

Die Stickdatei besteht nicht, wie oft angenommen, nur aus einer Aneinanderreihung von Software-Routinen. Jeder Stich wird händisch überprüft und nach einem Anstick nötigenfalls korrigiert. Aus diesem Grund bedarf es großer Genauigkeit und einer Menge Erfahrung. Die Größe des Motivs und die Materialbeschaffenheit der Textilien sind wichtige Faktoren, die während des Punchens berücksichtig werden müssen. Einen Kreis zu punchen bedeutet nicht immer einen Kreis zu sticken. Flexible Gewebe (T-Shirt) verhalten sich anders als stabile Gewebe (Schürze). So müssen Buchstaben aufgrund des Textilverzugs in der Höhe unterschiedlich angelegt werden, um später ein einheitliches Bild zu gewährleisten. Diverse Sticharten und Unterlegstiche finden hier ihre Anwendung.

Hier einige Beispiele:

Deckstiche:

  • Steppstich
  • Doppelter Steppstich
  • Plattstich
  • Füllstich

Unterlegstiche:

  • Steppstich
  • Zickzack
  • Doppelzickzack
  • Reihstiche
  • Kreuzstiche
Ein weiterer Aspekt für ein wertiges Endprodukt ist die Nutzung industrieller Stickmaschinen. Hier spielen Garne, Nadeln, Stickvliese und abgestimmte Maschinen eine große Rolle. Ober- und Unterfadenspannung sind für ein sauberes Stickbild entscheidend. Die große Auswahl an Garnfarben ermöglicht die Darstellung verschiedenster Pantone- oder HKS-Töne. Durch die Nutzung von dünnen Garnen lassen sich selbst Schriften mit einer Maximalhöhe von 5 mm und kleine Details sehr gut herausarbeiten.

Die Direkteinstickung kann auf fast jedem Material erfolgen. Hierbei gilt es zu beachten, dass das zu bestickende Material eine Mindestgrammatur von 180 gr/m² aufweist. Leichte Materialien, wie zum Beispiel ein dünner T-Shirt Stoff, Stretch oder ein feines Seidengewebe, weisen keine guten Eigenschaften auf und können das Stickbild stark beeinflussen. Im schlechtesten Fall zerstört die Nadel das Gewebe und Löcher entstehen. Weiterhin sollte man in Betracht ziehen, dass eine Direkteinstickung das Textil an der gewählten Stelle versteift und den Tragekomfort beeinträchtigt. Gerade bei Kleidungsstücken die direkt auf der Haut getragen werden, zum Beispiel bei T-Shirts oder Poloshirts, kann das Negativstickbild auf der Innenseite des Textils die Haut reizen. Aus diesem Grund sollte die Motivgröße vernünftig auf das zu bestickende Material angepasst werden.

Die Position der Stickerei ist frei wählbar. Hierzu zählen Direkteinstickungen auf der linken (herzseitig) oder rechten Brustseite, der gesamten Brust und dem Rücken. Andere Positionen wie der linke oder rechte Arm, der Hemdkragen, der Bund, der Nacken etc. sind ebenfalls möglich. Hierbei gilt es zu beachten, dass die Motivgröße entsprechend der jeweiligen Position gewählt wird. Zu große Motive lassen sich, zum Beispiel auf einer Brustseite oder einem Arm, nicht umsetzen. Des Weiteren spielen die verschiedenen Textilgrößen und Damen- oder Herrenschnitte eine entsprechende Rolle bei der Positionierung. Ein Damen-Poloshirt bietet aufgrund seines Schnittes deutlich weniger Platz als das männliche Pendant. Aus diesem Grund sollte der Kunde vor Produktionsbeginn fachmännisch und unterstützend beraten werden, um auftretende Probleme ausschließen zu können.

Vor Stickbeginn muss die Maschine “eingerüstet” werden. Darunter versteht man den Upload des Stickprogramms, das Aufziehen der gewünschten Farben, die Einstellungen der Stickparameter sowie die Bereitstellung aller benötigten Stickmaterialien, wie Vliese, Untergarne, Sprühkleber etc.

Im nächsten Schritt wird das Textil in einen Stickrahmen eingespannt. Die Rahmen variieren sowohl durch ihre Form, wie auch ihre Größe. Bezugnehmend auf die Stickposition und die Motivgröße wird der passende Stickrahmen gewählt. Um die Direkteinstickung zu stabilisieren, kommen verschiedene Stickvliese zum Einsatz.

Hier einige Beispiele:

Stickvlies:

  • Schneidevlies
  • Reißvlies
  • Selbstklebendes Vlies
  • Wasserlösliches Vlies

Die Anwendung der Stickvliese hängt von den zu bestickenden Textilien ab. Leichte, dehnbare Stoffe benötigen mehr Unterstützung als ein schwerer, straffer Stoff. So würde man für die Bestickung eines leichten Textils, also eines T-Shirts oder eines Poloshirts, ein Schneidevlies und zwei Reißvliese nutzen. Für ein schweres Textil, z. B. eine Jacke oder eine Schürze wäre der Einsatz zweier Reißvliese ausreichend. Hier zählt vor allem Erfahrung, Know-how und das eigene Gusto.

Das eingespannte Textil wird nun auf die Maschine gezogen und der eigentliche Stickvorgang kann beginnen. Währenddessen gilt es, das Stickbild immer wieder zu überwachen, um eventuelle Fehler im Stickprogramm frühzeitig zu erkennen oder defektive technische Einstellungen der Maschine, wie Unter- oder Oberfadenspannung, zu korrigieren.

Nach diesem Vorgang wird die Direkteinstickung begutachtet und, falls nötig, händisch versäubert. Abstehende Garnreste oder kleine entstandene Schlaufen werden mittels einer Schere entfernt und gegebenenfalls mit Hilfe eines Feuerzeugs abgeflammt. Dabei gilt es zu beachten, das Textil nicht zu beschädigen. Zu guter Letzt wird der Stick von überflüssigem Vlies befreit und etwaige Rahmenabdrücke mit einem feuchten Lappen entfernt.


Einsatzgebiete

Eine Direkteinstickung bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Ob Name, Schriftzug, Firmenlogo, Bildmotive, Familien- oder Vereinswappen, ja selbst Fotos lassen sich stilisiert umsetzen. Diese hochwertige Form der Textilveredelung ist sowohl für den privaten, sportlichen und beruflichen Bereich bestens geeignet.

Die Spanne der zu bestickenden Materialien und Produkte ist enorm. T-Shirts, Poloshirts, Hemden, Hoodies, Jacken, Hosen, Baseball Caps, Mützen, Schals, Handtücher, Bademäntel, Schürzen, Taschen, Kissenbezüge, Taschentücher, Schuhe, Gürtel – die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Wenn sich das Material einspannen und besticken lässt, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Gerade im Firmenbereich ist sowohl das gebrandete wie auch das personalisierte Textil schon fast ein Must-have. Die Direkteinstickung liefert Exklusivität, rundet die Gesamtoptik ab und vermittelt Professionalität. Ob als Berufsbekleidung oder Werbegeschenk – transportieren sie ihre Werbebotschaft.

Es gilt allerdings einige Dinge zu beachten. Wie schon erwähnt, lassen sich nicht alle Motive eins zu eins umsetzen. Man sollte nie vergessen, dass eine Direkteinstickung nicht mit einem Sieb- oder Offset-Druck vergleichbar ist. Der Stick stößt bei kleinen Details, filigranen Schriften und Farbverläufen an seine Grenzen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass das gewünschte Motiv vor der Produktion geprüft wird. Hier gilt es schon, die Weichen zu stellen und Fehler zu vermeiden. Das Motiv muss gegebenenfalls vereinfacht oder abgeändert werden, um eine technische Umsetzung zu gewährleisten.

Des Weiteren ist die Wahl der zu veredelnden Produkte zu beachten. Ein 165 Gramm T-Shirt ist, aus mehreren Gründen, nicht die perfekte Wahl für einen großen Rückenstick. Kommen wir zum Tragekomfort. Durch eine große Direkteinstickung versteift sich das Textil. Es passt sich dort nicht mehr der Körperform an und reizt die Haut aufgrund des Negativstickbilds. Man könnte es mit dem Tragen einer schusssicheren Weste vergleichen. Darin kann man sich auch nicht richtig bewegen. Weiterhin verzieht die Direkteinstickung angesichts der Fadenspannung das Textil. Im schlechtesten Fall – und der ist sehr wahrscheinlich – reißt die Nadel aufgrund der Materialspannung Löcher in das Textil, die den Rand der Einstickung zieren. Gerade bei leichten und dehnbaren Materialien sollte unbedingt darauf geachtet werden, ob diese für eine Einstickung geeignet sind oder doch eine Druckvariante die bessere Alternative wäre. Zudem übersteigt der Preis der Veredelung den des Textils um ein Vielfaches. Darüber hinaus besteht das Stickgarn aus einer reinen Polyesterfaser und kann somit bei einem Waschvorgang nicht eingehen. Das Textil hingegen wird sich, ob richtig oder falsch gewaschen, immer ein wenig verändern. Das hat zur Folge, dass sich unschöne Wellen am Rand der Direkteinstickung bilden.

Abschließend gilt es zu bemerken, dass eine Stickerei mit die exklusivste Form der Veredelung darstellt. Allerdings sollte der Fertigung eine intelligente Textilwahl vorausgehen, um die Freude am Produkt zu gewährleisten.


Vorteile

  • Qualitativ hochwertig
  • Einzigartige Optik und Haptik
  • Wasch- und Lichtbeständigkeit
  • Einmalige Programmerstellungskosten

Nachteile

  • Farbverläufe lassen sich nur begrenzt darstellen
  • Filligrane Details müssen vereinfacht werden
  • Kostenintensiv bei großen Motiven


Stickpreise

Um die Kosten für die Stickprogrammerstellung und die Direkteinstickung kalkulieren zu können, benötigen wir das von Ihnen gewünschte Motiv zur Ansicht. Wir überprüfen im ersten Schritt, ob sich das Motiv in der vorgegebenen Größe als Direkteinstickung umsetzen lässt und berechnen im zweiten Schritt die Preise anhand der Stichanzahl.

Die Stickprogrammerstellung wird einmalig berechnet und fällt bei einem Folgeauftrag nicht mehr ins Gewicht. Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass Stickprogramme nicht skaliert werden können. Soll das Motiv in einer anderen Größe gestickt werden, muss ein neues Stickprogramm erstellt werden.

Der Preis der Direkteinstickung richtet sich nach der Stichanzahl sowie nach der Menge der zu veredelnden Textilien. Die Menge der Farben spielt dabei keine Rolle. Senden Sie uns Ihr Wunschmotiv, damit wir Ihnen schnellstmöglich ein individuelles Angebot zukommen lassen können. Unser Team berät Sie gerne.