Gestickte Aufnäher

Die Aufnäher werden oftmals auch als Patches, Abzeichen, Embleme oder Badges bezeichnet. Der Einsatzbereich ist breit gefächert. Ob Vereine, Sportclubs, gemeinnützige Organisationen, Polizei, Feuerwehr oder Firmen, die Aufnäher lassen sich auf fast jedem Textil aufnähen oder aufbügeln. Die Produktionsvarianten bieten dem Kunden zahlreiche Möglichkeiten, den Aufnäher nach seinen Wünschen zu gestalten und ihn für seine speziellen Zwecke zu konzipieren.

Inhaltsverzeichnis

– Technik
– Einsatzgebiete
– Vor- und Nachteile
– Preise


Technik

Das gewünschte Motiv wird gesichtet und auf seine Umsetzbarkeit geprüft. Filigrane Details müssen gegebenenfalls verändert, Schriften vergrößert und Farbverläufe vereinfacht werden. Nicht jedes Druckmotiv ist eins zu eins als Stickerei umsetzbar. Die Schrifthöhe eines Abzeichens sollte mindestens 4 mm betragen. Im nächsten Schritt wird das Motiv mit Hilfe einer Punchsoftware in ein stickbares Format umgewandelt. Dieser Vorgang erfordert viel Erfahrung und Know-how. Trotz großer Versprechungen der Punchsoftware-Entwickler ist das Punchen immer noch ein händischer Vorgang, der nicht zu 100 % durch Stickroutinen abgedeckt werden kann.

Nach dem Punchen benötigt der gestickte Aufnäher einen Trägerstoff, auf den das jeweilige Motiv aufgestickt wird. Dieser Grundstoff, der in zahlreichen Farben erhältlich ist, besteht zumeist aus einem Polyester-Baumwoll-Gemisch (65% Polyester – 35% Baumwolle), der auf der Rückseite mit einem dauerhaften Vlies versehen ist, welches dem Stoff Stand verleiht. Dieses Vlies besteht zu 100% aus Polyester.

Die große Auswahl an Garnfarben ermöglicht die Darstellung verschiedenster Pantone- oder HKS-Töne. Da der Trägerstoff einen stabilen Untergrund bietet, lassen sich filigrane Details und kleine Schriften sehr gut herausarbeiten. Ein großer Vorteil gegenüber der Direkteinstickung auf einem T-Shirt oder einem Poloshirt.
Der Grundstoff wird wie bei einer Direkteinstickung in einen Stickrahmen eingespannt. Hierzu verwendet man in der Regel einen großen Rahmen, um einen Nutzen (mehrere Patches) sticken zu können. Nun kommt es darauf an, welche Umrandung der Aufnäher erhalten soll.

Hierbei bestehen zwei Möglichkeiten:

1. Die gestickte Umrandung
Dafür wird während der Einstickung des Motivs zusätzlich eine Umrandung gestickt, die die endgültige Form des Aufnähers definiert. Nach der Fertigstellung der Stickerei werden die Aufnäher an der Außenseite der Stickumrandung per Laser (Laser-cut) oder per Heißmesser (Hot-cut) ausgeschnitten. Der Laser oder das Heißmesser veröden das Polyester-Garn während des Schneidevorgangs. Somit wird ein Auftrennen der Umrandung verhindert.

2. Die gekettelte Umrandung
Hierfür wird der Aufnäher ohne eine zusätzliche Umrandung gestickt und nach der Fertigstellung in der gewünschten Form per Laser (Laser-Cut) oder per Heißmesser (Hot-cut) ausgeschnitten. Daraufhin erfolgt das Umnähen des Grundstoffs mit einer speziellen Maschine (Kettelmaschine). Der Kettelrand ist auf der Vorder- und Rückseite des Patches sichtbar. Diese Umrandung kann nur einfarbig dargestellt werden.

Der Unterschied zwischen einer gestickten und einer gekettelten Umrandung liegt in der optischen Außenwirkung. Während die gestickte Umrandung auf dem Grundstoff aufliegt, umschließt die gekettelte Umrandung den Grundstoff und wirkt somit robuster.

Der Aufnäher lässt sich auf unterschiedliche Weise auf dem Textil aufbringen. Die haltbarste Methode ist das Aufnähen. Hierbei wird der Patch mit einer Nähmaschine auf das Textil genäht. Der große Vorteil dieser Methode liegt in der Wiederverwertung des Patches. Sollte das Textil zu stark verschmutzt oder beschädigt sein, kann die Naht wieder aufgetrennt, der Patch abgelöst und auf ein neues Textil aufgenäht werden.

Eine andere Möglichkeit ist das Aufbringen einer Bügelfolie (Iron-on-Backing) auf der Rückseite des Patches. Mit Hilfe einer Bügelpresse wird der Patch auf das Textil übertragen. Durch die Hitze schmilzt der Kleber auf der Rückseite des Patches und verbindet sich mit dem Textil.

Die dritte Variante ist das Aufbringen per Klettband (Velcro). Das Klettband besteht immer aus zwei Teilen, dem Flauschband und dem Hakenband. Das Flauschband wird auf das entsprechende Textil genäht und der Patch mit dem dazugehörigen Hakenband versehen. Somit können Patches immer wieder abgelöst und aufbegracht oder durch andere ersetzt werden.


Einsatzgebiete

Ein hochwertiges Stickabzeichen findet in vielen Bereichen seine Anwendung. Aufgrund der niedrigen Produktionskosten bei höheren Stückzahlen (ab 100 Stück), lassen sich die Embleme sehr gut vorproduzieren, um diese dann bei Bedarf auf das gewünschte Textil aufzubringen. Die Position, abhängig von der Größe des Emblems, lässt sich ebenfalls frei bestimmen. So können im Sportbereich Vereinswappen problemlos auf Trikots, Poloshirts, Sweater, Hoodies oder Joggingpants aufgebracht werden. Gelagerte Patches nehmen weder viel Platz in Anspruch, noch verlieren sie an Qualität. So kann bei einem Neuzugang in einem Sportverein schnell reagiert werden.
Die Modebranche greift in den letzten Jahren immer öfter auf die Abzeichen zurück. Marken wie Abercrombie & Fitch, Hollister, Superdry, Polo Ralph Lauren, La Martina oder Camp David nutzen die aufwendig gestalteten Embleme, um ihre Textilien aufzuwerten und ihnen damit einen ganz besonderen Look zu verleihen.

Abzeichen eignen sich besonders gut für den Einsatz im Bereich der Arbeitsbekleidung. Ob als Firmenlogo auf einem Business Hemd oder eine Bluse, als großes Branding auf dem Rücken hochwertiger Arbeitsjacken oder als austauschbares Namensemblem mit Hakenklett auf Latzhosen. Ein Patch trotzt jeder Witterung und leidet auch nicht unter häufigem Waschen. Selbst Kochwaschgänge übersteht das Material unbeschadet. Feuerwehr, Sanitätsdienste, Ärzte, Bundeswehr, Sicherheitsdienste, Flughafenpersonal und viele andere nutzen solche Abzeichen zur Kenntlichmachung ihrer Arbeitsbekleidung. In diesem Fall muss das Emblem nicht immer bestickt werden. Eine andere Variante wäre, den Grundstoff nur mit Hakenklett und einer gestickten oder gekettelten Umrandung zu versehen. Der gewünschte Text wird in diesem Fall nicht gestickt sondern per Folie auf das Abzeichen gebügelt. Hier kommen spezielle Reflexionsfolien zum Einsatz. Diese zertifizierten Folien werden zum Beispiel von der Polizei oder der Feuerwehr verwendet.


Vorteile

  • Hochwertige Optik
  • Günstige Produktionskosten bei hoher Stückzahl (ab 100 Stück)
  • Kein Qualitätsverlust bei langer Lagerzeit
  • Individuell einsetzbar
  • Wasch- und lichtbeständig
  • Kann wiederverwendet werden

Nachteile

  • Nicht alle Motive umsetzbar
  • Schriften müssen mindestens 5 mm hoch sein
  • Farbverläufe können nur vereinfacht dargestellt werden
  • Hohe Produktionskosten bei geringer Stückzahl (unter 100 Stück)
  • Längere Lieferzeit



Gestickte Aufnäher Preise

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