Gewebte Aufnäher

Gewebte Aufnäher – Patches (Abzeichen, Embleme oder Badges) bestechen durch ihre filigrane Optik und weiche Haptik. Bei der Herstellung werden feine Fäden mit einem maschinellen Webstuhl zu einer homogenen Fläche verwoben. Mit dieser Technik lassen sich gewebte Aufnäher mit sehr feinen Details und Schriften ab einer Höhe von 2 mm problemlos produzieren.

Inhaltsverzeichnis

– Technik
– Einsatzgebiete
– Vor- und Nachteile
– Preise


Technik

Gewebte Aufnäher benötigen zur Herstellung eine Webkarte. Diese Datei, welche mit einer speziellen Software erstellt wird, enthält alle relevanten Informationen für den maschinellen Webstuhl. Vor der Produktion werden die entsprechenden Web-Garne auf den Webstuhl gezogen. Die große Auswahl an Garnfarben ermöglicht die Darstellung verschiedenster Pantone- oder HKS-Töne. Da das Einrüsten eines maschinellen Webstuhls sich als zeitaufwendig gestaltet, lohnt sich die Produktion erst ab einer größeren Stückzahl.

Die Fäden werden in einem Kette-Schuss-Verfahren rechtwinklig verkreuzt und bilden eine textile Fläche. Die vorgespannten Kettfäden bilden den Träger. In diesen Träger werden die Schussfäden nacheinander von einer Webkante zur anderen eingezogen. Nach der Fertigstellung gilt es zu entscheiden, welche Umrandung die Patches erhalten.

Es stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl:

1. Keine Umrandung
Die Embleme werden per Laser (Laser-Cut) oder Heißmesser (Hot-Cut) entsprechend der gewünschten Form ausgeschnitten. Durch die Hitze des Lasers oder des Heißmessers wird das Webgarn an der Schnittkontur verödet und verhindert somit die Fransenbildung. Somit erhält das Emblem einen sehr flachen und flexiblen Charakter.

2. Die gekettelte Umrandung
Die Embleme werden hierfür nach der Fertigstellung in der gewünschten Form per Laser (Laser-Cut) oder per Heißmesser (Hot-cut) ausgeschnitten. Daraufhin erfolgt das Umnähen der Patchumrandung mit einer Kettelmaschine. Der Kettelrand ist auf der Vorder- und Rückseite des Aufnähers sichtbar. Sie umschließt das Emblem und verleiht ihm einen robusten und dreidimensionalen Charakter. Die Kettelumrandung kann nur einfarbig dargestellt werden.

Gewebte Aufnäher können auf unterschiedliche Weise auf das Textil aufgebracht werden.
Eine gängige Methode ist das Übertragen per Bügelfolie. Diese Folie besitzt zwei klebebeschichtete Seiten. Im ersten Schritt wird das Emblem mit der dafür vorgesehenen Seite der Bügelfolie mit Hilfe einer Transferpresse versehen. Danach wird die Schutzfolie der zweiten klebebeschichteten Seite entfernt. Nun kann der Patch auf das Textil gebügelt werden. Bei ca. 180 Grad und 15-20 Sekunden schmilzt der Textilkleber und verbindet sich mit der Faser. Hierbei gilt es zu beachten, dass die Textilien für solche Bügelvorgänge ausgelegt sind und durch die Hitze keinen Schaden nehmen.

Das Aufnähen ist eine weitere Vorgehensweise. Mit Hilfe einer Nähmaschine wird das Emblem auf das gewünschte Textil genäht. So kann der Aufnäher, sollte das Textil zu stark verschmutzt oder beschädigt sein, wiederverwendet werden. Dafür muss nur die Naht aufgetrennt, der Patch vom Textil abgelöst und auf ein neues Textil aufgenäht werden.
Klettband (Velcro) ist die dritte Form der Anbringung. Es unterteilt sich in ein Flausch- und ein Hakenband. Das Flauschband wird auf das Textil und das Hakenband auf das Emblem genäht. Aufgrund der Klettbänder kann der Aufnäher immer wieder aufgebracht oder ausgetauscht werden.


Einsatzgebiete

Ein gewebter Aufnäher kann aufgrund seiner Herstellungsweise vielfältig eingesetzt werden. Etwaige Einsatzmöglichkeiten sind der Sport-, der Mode- und der Arbeitsbereich. Im Gegensatz zu einem gestickten Aufnäher, besitzt das Web-Emblem eine weiche Haptik und ist extrem flexibel. So lässt er sich problemlos auf grammaturschwachen Textilien, wie T-Shirts, Hemden, Blusen oder Trikots, aufbringen, ohne diese an der gewünschten Stelle zu versteifen. Des Weiteren besticht er durch seine filigrane Optik. Wo das gestickte Emblem an seine Grenzen stößt, beginnt der gewebte Aufnäher erst Spaß zu machen. Feine Linien, Schriften ab einer Höhe von 2 mm und aufwendige Motive lassen sich spielend umsetzen.

Gerade im sportlichen oder modischen Bereich können Vereinswappen oder eigens designte Modelabel mühelos umgesetzt werden. Im Arbeitssektor lassen sich Firmenlogos plakativ auf die Rückseite der gewünschten Arbeitsoberbekleidung aufbringen, ohne diese in ihrem Tragekomfort einzuschränken. Haben sie schon einmal über eine stoffliche Visitenkarte nachgedacht? Mit einem gewebten Patch stellt das überhaupt kein Problem dar.

Dank der geringen Herstellungskosten, lassen sich gewebte Aufnäher ab einer Auflage von 100 Stück kostengünstig vorproduzieren. Bei immer wiederkehrenden Motiven kann je nach Bedarf termingerecht geliefert werden, ohne große Vorarbeit zu leisten. Die Textilwünsche der Kunden lassen auch kurzfristig Änderungen zu. Mit dieser Flexibilität können ganze Textilkollektionen schnell und preiswert hergestellt und nachgeliefert werden.


Vorteile

  • Aufwendige Motive möglich
  • Filigrane Optik
  • Weiche Haptik
  • Wasch- und lichtbeständig
  • Vielseitig und flexibel einsetzbar
  • Kein Qualitätsverlust bei langer Lagerzeit
  • Niedrige Kosten bei hoher Stückzahl (ab 100 Stück)

Nachteile

  • Farbverläufe müssen vereinfacht dargestellt werden
  • Längere Lieferzeit (3 Wochen nach Auftragsfreigabe)
  • Hohe Produktionskosten bei geringer Stückzahl (unter 100 Stück)



Gewebte Aufnäher Preise

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