Herstellung von T-Shirts

Material:

Naturfasern – Baumwolle

Die meisten bedruckten T-Shirts werden aus Baumwolle gefertigt. Baumwolle ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Malvengewächse, welche heutzutage überwiegend in China, Indien, USA, Pakistan und Australien angebaut wird und findet hauptsächlich Anwendung in der Textilindustrie. Neben ihr aber auch in Bereichen zur Herstellung von Verbandsmaterial, sowie Kosmetik- und Hygieneartikel.

Bei der Aufarbeitung der Baumwolle gehen nur rund 10 % des Rohgewichts verloren. Pflanzenreste werden entfernt und die fast ausschließlich aus hoch kristalliner Zellulose bestehenden Baumwollfasern nun weiterverarbeitet. Nachfolgend finden Sie eine kurze Darstellung des Herstellungsprozesses eines Baumwoll-Shirts vom Anbau des Rohmaterials bis hin zum fertigen T-Shirt.

Synthetische Fasern - Polyester

Neben Baumwolle werden T-Shirts oder andere Textilien häufig auch aus syntethischen Textilfasern wie Polyester gefertigt. Diese werden aus dem Grundstoff Erdöl hergestellt, wodurch sich ein hoher Energiebedarf ergibt. Doch gerade im Bereich der Sport- und Outdoorbekleidung sind Polyester oder andere synthetischen Kunstfasern aufgrund ihrer form- und reißbeständigen, atmungsaktiven und isolierenden Wirkung nicht mehr wegzudenken.

Anbau

Baumwollpflanzen werden auf gelockertem, krümeligem und von Unkraut befreitem Boden ausgesät. Um Aufkeimen zu können, muss die Saat mit reichlich Wasser feucht gehalten werden. Nach einigen Tagen durchbrechen auf einem Hektar 35.000 bis 250.000 zarte Sprösslinge die Erdoberfläche. Sechs bis siebeneinhalb Monate später ist Erntezeit: Die typischen Baumwollbäusche quellen aus der Frucht und trocknen. Wir von Hi5 verwenden ausschließlich BIO-Baumwolle für unsere T-Shirts.

Ernte

In vielen Regionen wird Baumwolle für T-Shirts noch per Hand gepflückt. In bedeutenden Baumwollstaaten wie der USA, Usbekistan oder Australien ernten Maschinen riesige Mengen in kürzester Zeit. Hierbei unterscheidet man zwischen zwei Arten von Erntemaschinen: Spindelpflücker, der die Bäusche mit drehbaren Spindeln erfasst und aufwickelt. Die andere Maschine ist der Vakuumpflücker, der die Baumwolle durch viele Schlaucharme von der Mutterpflanze saugt. Der Vakuumpflücker ist preiswerter in der Anschaffung und arbeitet schneller. Allerdings liefert der Spindelpflücker die bessere Qualität.

Was eine Erntemaschine gegenüber einem Menschen zu leisten vermag ist gigantisch: ein Pflücker sammelt zwischen 80 und 120 Kilo Baumwolle täglich, während eine Maschine in der gleichen Zeit bis zu 1.500 Kilo einholt. Dennoch sind die Produktionskosten für Baumwolle in westafrikanischen Ländern etwa dreimal geringer als in den USA. Abgesehen von den hohen Kosten, hat die mechanische Ernte einen weiteren Nachteil: Die Maschine unterscheidet nicht zwischen reifer und unausgereifter Baumwolle oder zwischen Baumwollbäuschen und Verschmutzungen.

Sortierung

Nach der Ernte müssen die Fasern von der Kapsel und den restlichen Samen getrennt werden. Eine Entkörnungsmaschine kämmt Samenkörner, Blätter und Reste der Fruchtkapseln heraus. Die herausgekämmten Samen werden zu Öl verarbeitet oder wieder neu gepflanzt. Die Samenhüllen werden für Tierfutter oder Hühnereinstreu eingesetzt. Im Anschluss werden die Baumwollfasern zu Ballen gepresst, eingepackt und in Baumwollspinnereien zur Klassifizierung gesendet.

Spinnerei

In der Spinnerei werden aus Baumwollfasern Fäden. Meist befinden sich die Spinnereien in der Nähe der Anbaugebiete in Asien und Indien. Eine Kardierungsmaschine bringt die Baumwollfasern in Form. Gegebenenfalls wird sie später noch weiter gekämmt und somit verfeinert, denn mehrfach gekämmte Baumwolle kann viel feiner gesponnen werden. Die Fasern werden dann nach Länge sortiert. Die kurzen Fasern gehen in die Zellstoffproduktion und werden zu chemischen Fasern oder Papier weiterverarbeitet. Daraufhin werden die langen Baumwollfasern von einer Spinnmaschine zu Baumwollgarn gezwirbelt. Um ein Reißen des Fadens beim Weben zu verhindern, wird eine chemische Imprägnierflüssigkeit aufgebracht, die ihn widerstandsfähiger macht. Dieser Schutzfilm wird später wieder ausgewaschen.

Weben

Die Menschheit nutzt bereits seit Jahrhunderten Webtechniken. Beim Weben werden mindestens zwei Fadensysteme aus Kett- und Schussfaden rechtwinklig verkreuzt. Die Kettfäden sind der Träger, in den die Schussfäden eingezogen werden. Beim Weben werden die Kettfäden gedreht, um sie zu härten, da sie den Schussfaden unterstützen und das Gewebe stabilisieren. Im Gegensatz zu gewirkten und gestrickten Stoffen sind Gewebe robuster und formstabiler.

Strickerei

Das so gewonnene Garn wird nun in einer Strickerei zu Stoff verarbeitet. Meist mit Hilfe einer Strickmaschine. Man unterscheidet hierbei zwischen Flachstrickmaschinen und Rundstrickmaschinen.

Veredelung

Die fertigen Stoffe werden anschließend veredelt. Man unterscheidet zwischen der chemischen, mechanischen und thermischen Ausrüstung.

  • Die chemische Ausrüstung beinhaltet Prozesse, bei denen das Textil mit Chemikalien gefärbt, bedruckt, gebleicht, waschmaschinen- oder uv-fest gemacht wird.
  • Der Schwerpunkt der mechanischen Ausrüstungen besteht in der Anwendung mechanischer Kräfte auf das Textil, Garn oder Stoff, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Hierbei werden Techniken wie Schmirgeln, Kratzen, Scheren, Rauen, Krumpfen, Kalandieren und weitere verwendet.
  • Bei der thermischen Ausrüstung kommen Dinge wie Hitze oder offene Flammen zum Einsatz. Wichtige thermische Verfahren sind: Gasieren, Abflämmen, Fixieren oder Plissieren.

Konfektionierung

Nach der Veredelung der Stoffe werden diese konfektioniert. Hierbei werden die Stoffe je nach Wunsch, Material, Größe und anderen Anforderungen zugeschnitten, vernäht, modifiziert und anschließend verpackt. Die T-Shirts sind fertig.

Handel

Nun landen die fertigen T-Shirts im Handel. Zunächst im Groß- und anschließend im Einzelhandel.