Qualitäten & Grammaturen von T-Shirts

Definition

Als Grammatur wird in der Physik das Verhältnis von Masse und Fläche einer Schicht bezeichnet. Die normgerechte Bezeichnung lautet flächenbezogene Masse. Allerdings wird in vielen Bereichen diese Größe als Flächengewicht betitelt. Im Textilbereich spricht man unter anderem auch vom Stoffgewicht und verwendet meist die Einheit g/m².

Die physikalische Formel zum Berechnen der flächenbezogenen Masse lautet:

m/A
M=Masse
A=Fläche

Beispiel:
Ein Stoff wiegt 150g pro Quadratmeter, dann besitzt es eine Grammatur von 150 g/m².

Was ist dick - was ist dünn?

Die meisten T-Shirts besitzen eine Grammatur zwischen 150-200 g/m². Es gibt deutlich dünnere und luftigere Shirts mit einer Grammatur von unter 120 g/m² und wesentlich dickere mit über 220 g/m².

Dünner Stoff = Schlechte Qualität?

Nein – die Dicke des Stoffes hat keinerlei Auswirkung auf die Qualität eines Textils. T-Shirts aus 180 g/m² schwerem Stoff können deutlich schlechter verarbeitet sein, als T-Shirts mit nur 130 g/m². Es kommt vielmehr auf die Materialzusammensetzung, Qualität und Weiterverarbeitung der Materialien und Garne an.
Häufig wird minderwertige Baumwolle verwendet, die zu dicken Garnen gesponnen werden muss, damit sie hält. Dünnes Gewebe lässt sich nur aus feinen Garnen herstellen, welche meist aus hochwertiger, langfaseriger Baumwolle gesponnen wird. Somit sind dünne Stoffe in der Textilverarbeitung ein Zeichen weiterentwickelter Herstellungstechniken und hochwertiger Faserqualitäten, welche für ein angenehmes Tragegefühl sorgen.

Geschichte

T-Shirts dienten im 19. Jahrhundert lediglich als Unterhemd und waren dafür verpönt, sie sichtbar zu tragen. Sie dienten somit als reine Funktionswäsche und modische Aspekte spielten dabei keine Rolle. Sie wärmten den Oberkörper und schützten hochwertige Kleidungsstücke, die darüber getragen wurden, vor Schweiß.
Daher wurde damals für T-Shirts meist minderwertige Baumwolle verwendet, welche zu dicken Garnen verarbeitet wurde. Die Shirts besaßen meist eine Grammatur zwischen 180-200 g/m², welche sich als Standard der damaligen Zeit etablierte.
In Deutschland gewannen T-Shirts ab den 60er Jahren zunehmend an Popularität und durchlebten, ab Anfang bis Mitte der 80er Jahre, langsam einen Wandel. Sie dienten nicht mehr länger nur als Unterwäsche, sondern etablierten sich allmählich auch als Oberbekleidung. Zunächst nur im Freizeitbereich, ab den 90ern dann als gesellschaftsfähiges Modestück. Heutzutage sind bedruckte T-Shirts als modische Oberbekleidung etabliert und werden in Hinsicht auf Material, Herstellungstechniken und sonstigen Qualitäten kontinuierlich weiterentwickelt.

Die ausführliche Geschichte des T-Shirts finden sie im gesonderten Artikel dazu.