Geschichte & Herkunft von T-Shirts

T-Shirts – der Allrounder unter den Textilien

Jeder kennt sie, liebt sie und hat viele von ihnen im Schrank – T-Shirts! Kein anderes Kleidungsstück ist so vielseitig einsetzbar, so unkompliziert und preiswert. Sie sind ein modischer und stylischer Begleiter im Alltag, stehen für Dynamik und Modernität im Business, Vereinszugehörigkeit im Sport oder ein Bekenntnis zu einer Subkultur im Alltag vieler Jugendlicher. T-Shirts gibt es überall und sind aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Sie sind in sämtlichen Schichten und Lebenssituationen gesellschaftlich akzeptiert. Doch das war nicht immer so.

Die eigentliche Anfänge der revolutionären Karriere einer modischen Oberbekleidung

Über die Geschichte des T-Shirts kursieren verschiedenste Theorien im Netz. Die meisten beginnen bereits im alten Ägypten. Papyruszeichnungen und Malereien auf Pyramiden lassen darauf schließen, dass bereits vor mehr als 2000 Jahren die antiken Hochkulturen Oberbekleidung aus Baumwolle trugen, die unserem heutigen T-Shirt in gewisser Weise ähneln. Anschließend verschwand die ärmellose Oberbekleidung für mehrere Jahrhunderte von der Bildfläche.

Ende des 19. Jahrhunderts begannen Matrosen damit, unter ihren Blusen Wollhemden mit viereckigen Ausschnitten und goldenen Knöpfen zu tragen. Allerdings stellten sich die Knöpfe als äußerst unbequem dar und begannen, aufgrund der salzhaltigen Seeluft, zu rosten. Ein Shirt ohne Knöpfe, in Form des heutigen T-Shirts war eine willkommene und äußerst praktische Alternative dazu. Später bestand die Royal Navy auf lange Ärmel, um Tätowierungen und Körperbehaarungen zu verdecken. Doch auch die knopflose Wollunterwäsche erwies sich als äußerst unpraktisch, da sie schrecklich juckte und die Matrosen darin im Einsatz enorm schwitzten. So mussten nach dem ersten Weltkrieg die lästigen Wollunterhemden leichter Baumwollwäsche weichen. Auch die Soldaten des Militärs erfreuten sich über die deutlich funktionellere und bequemere Baumwollunterwäsche.

Tea-Shirt oder T-Shirt?!

Auch aus England kommt eine interessante Theorie zur Geschichte der Baumwollbekleidung. Diese stützt sich auf den Namen „Tea-Shirt“ und besagt, dass Baumwollshirts beim Servieren von Tee die Hemden der Bediensteten vor ungewollten Flecken verschonen sollten.
Mit der Erfindung der Strickmaschine in den 1860er Jahren, schuf der englische Erfinder William Cotton die Voraussetzung für die kostengünstige Massenproduktion. Rundstrickmaschinen drängte somit allmählich den gewebten Stoff vom Markt und Unterwäsche löste die seit Jahrhunderten für beide Geschlechter etablierten Einteiler ab. Diese waren unpraktisch und unhygienisch. Das T-Shirt als Unterwäsche wurde damit dem stetig zunehmenden Hygienebewusstsein der Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts gerecht und ermöglichte das regelmäßige Wechseln und Waschen der Textilien. Anfangs erfreute sich das Shirt nicht wirklich großer Beliebtheit, da es mit einem größeren Arbeitsaufwand verbunden war.

Sport, Freizeit und Militär

Zur selben Zeit, und mit der Einführung des bezahlten Urlaubs, entwickelte sich ein Kult um Sport und Freizeitbeschäftigungen, bei denen immer mehr Menschen das dünne Baumwollshirt als Bekleidungsstück favorisierten. Amerikanische Sportteams begannen T-Shirts mit Hilfe von Schablonen mit Namen und Nummern der Sportlern zu versehen, um sie zu unterscheiden, was schnell zum Erkennungszeichen unter Anhängern der Vereinen wurde.

Spätestens zu Zeiten des zweiten Weltkriegs, erzielte das T-Shirt seinen Durchbruch als praktisches und einfaches Kleidungsstück. Die US-Navy entwickelte ein zu 100% aus Baumwolle bestehendes T-Shirt, das aufgrund seines dünnen Stoffes einfach zu verstauen war, kaum Platz in Anspruch nahm und nebenbei noch als Handtuch oder weißer Fahne verwendet werden konnte.

Rebellische Leinwandhelden etablieren das T-Shirt als Freizeitmode

1951 war es dann Marlon Brando, der von vielen auch als „Godfather of the T-Shirt“ genannt wird, der mit dem Film „Endstation Sehnsucht“ – ein Sozialdrama mit Südstaaten-Flair – das T-Shirt salonfähig machte. Ein grober Automechaniker, das Shirt enganliegend am durchtrainierten Körper, die Brust leicht verschwitzt und die Hand lässig in der Hosentasche. In Kombination mit Bluejeans und Lederjacke wurde er zum Symbol der widerständigen Jugend.

4 Jahre später überzeugte dann der Berufsrebell James Dean in „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ endgültig die Masse davon, dass das T-Shirt mehr als nur Unterwäsche ist. Er brachte die Damenwelt mit der forschen Tolle und Kippe im Mundwinkel um den Verstand und auch die Männer nahmen sich sein Auftreten zum Vorbild, womit die Nachfrage an T-Shirts für den alltäglichen Gebrauch zu explodieren schien.

In den 60er Jahren etablierte sich dann allmählich das T-Shirt auch in die Damenmode. Im Kino machte Brigitte Bardot den Anfang, gefolgt von Jean Seberg im Godard-Klassiker „Außer Atem“. Das junge, kurzhaarige Zeitungsmädchen trug ein Shirt mit der Aufschrift „New YorkHerald Tribune“ auf der Brust und ebnete damit den Weg der bedruckten T-Shirts auch für die Damenwelt. Es galt langsam aber sicher als Accessoire und Sexsymbol für starke und selbstbewusste Frauen zu dieser Zeit.

T-Shirts als Leinwand

Das T-Shirt ist endgültig als Begleiter im Ausgang bei Jugendlichen angekommen, doch die ältere Generation war noch immer etwas empört von dem sehr einfach gehaltenen Textil. Doch die Jugend ging auf Konfrontation und nutzte die flächigen Textilien, um auf Demonstrationen ihre Meinungen oder Forderungen auf ihnen zu verewigen. Immer mehr entwickelte sich das T-Shirt zu einer wandelnden Werbefläche bzw. Leinwand um in einer individualisierten Gesellschaft gewisse Meinungen zum Ausdruck zu bringen. Auch in vielen Subkulturen fand dieser Trend großen Anklang um Bewegungen voranzutreiben oder als Erkennungsmerkmal zu dienen.

Auch Marken witterten ihre Chance und nutzten T-Shirts als Werbefläche für ihre Marke oder Produkte. Sie ließen sich kostengünstig und in großen Mengen produzieren und werbewirksam bedrucken. In Zeiten in denen T-Shirts aus keiner Lebenssituation mehr wegzudenken ist, eine kluger Schachzug, welche sowohl dem Träger, aufgrund des vergünstigten Preises oder gar als kostenloses Werbegeschenk, als auch der werbenden Marke zu Gute kommt.

Mittlerweile ist das T-Shirt eine Art Visitenkarte bzw. Aushängeschild unserer selbst. Durch das Textil tragen wir unsere Denk- und Handelsweisen, Wünsche und Meinungen zum Ausdruck, wie schon damals durch Tätowierungen oder ähnliches. Wir haben die Möglichkeit, das Textil nach unseren Wünschen zu gestalten, indem wir es bemalen, zerschneiden oder bedrucken lassen. Die „Customized Shirts“ haben ihren Ursprung in den 80er Jahren, in denen einzelne Designer diese an die Wünsche ihrer Kunden angepassten Shirts in limitierter Stückzahl verkauften.